CFDs vs. Futures vs. Zertifikate: Ein Vergleich

CFDs, Futures und Zertifikate weisen einige Gemeinsamkeiten auf. So eignen sich alle Produkte zu Spekulations- und Absicherungszwecken. Es gibt jedoch auch erhebliche Unterschiede – z. B. bei den Kosten und der rechtlichen Ausgestaltung. Dieser Beitrag erläutert das Wesentliche.

CFDs, Futures und Zertifikate: Ein Markt, drei Produkte                

Wer mit einem Hebel in den Markt einsteigen möchte, kann zwischen verschiedenen Produkten wählen. Erfahrene Anleger können Futures handeln. Hier ist zumeist ein größerer Kapitaleinsatz erforderlich. Leichter zugänglich sind Differenzkontrakte (CFDs). Hier reichen bereits wenige hundert Euro Einzahlung bei einem geeigneten Broker aus. Alternativ können Anleger auf zahlreiche Underlyings wie z. B. Aktien Zertifikate an der Börse kaufen.

So funktionieren die Produkte

Doch worin unterscheiden sich die Produkte? Welche Variante ist am besten geeignet? Um dies zu erläutern, sollen zunächst die drei Produktgattungen grob skizziert werden.

Futures

Futures sind sogenannte unbedingte Termingeschäfte. Diese Terminkontrakte werden an speziellen Terminbörsen wie der Eurex gehandelt. Formal verpflichtet sich der Käufer eines Futures, den zugrundeliegenden Basiswert zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Diese Definition findet sich in nahezu jedem Finanzlexikon. Allerdings legen sich Käufer (und ebenso Verkäufer) von Futures nicht bedingungslos auf Ihr Geschäft fest. Eine offene Position in einem Future lässt sich unter Normalbedingungen jederzeit wieder zum Marktpreis glattstellen.

Wie also funktioniert ein Future? Dies soll am Beispiel des FDAX (dem Future auf den DAX an der Eurex) erläutert werden.

Die Eurex legt die Produktspezifikationen fest. Diese sehen einen Kontraktwert von 25 EUR pro Punkt vor. Notiert der DAX zum Beispiel bei 14.000 Punkten, beläuft sich der Wert von einem FDAX Kontrakt auf 350.000 EUR. Verlangt der Futures Broker 5 % Margin, müssen Anleger somit 17.500 EUR „einschießen“.

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Futures sind mit einem Fälligkeitsdatum ausgestattet. Auch dieses ergibt sich aus den Kontraktspezifikationen der Terminbörse. An der Eurex werden stets mehrere FDAX Kontrakte gehandelt. Verfügbar sind die drei nächsten Quartalsmonate aus dem Zyklus März, Juni, September und Dezember. Am 10. Juli gibt es somit Kontrakte mit Fälligkeit im September, Dezember und März. Mit großem Volumen gehandelt wird jedoch vor allem der nächstfällige Kontrakt.

Der DAX Future bewegt sich in Zeiten des Nullzinses fast deckungsgleich zum DAX. Per definitionem entspricht der Preis eines Futures (der Terminpreis) am Fälligkeitstag des Terminkontraktes dem Preis des Basiswertes (Kassapreis). In der Praxis sind die Preisunterschiede aufgrund des niedrigen Zinsniveaus auch vorher bereits gering.

Mit Futures können Anleger Long- und Shortpositionen eröffnen. Futures gibt es auf zahlreiche Basiswerte wie Aktienindices, Rohstoffe und Zinsen.

CFDs vs. Futures vs. Zertifikate: Ein Vergleich screenshot 1
Quelle: Eurexchange.com

CFDs

CFDs sind außerbörsliche Produkte. Gehandelt werden diese im Rahmen eines Vertrages zwischen einem CFD Broker und dem Trader. Ein CFD bildet seinen Basiswert nahezu 1:1 ab. Mögliche Basiswerte sind z.B. Aktien, Aktienindices, Zinssätze, börsengehandelte Indexfonds (ETFs), Rohstoffe, Edelmetalle etc.

Die Spezifikation eines CFD Kontraktes setzt der jeweilige Broker fest. Ein CFD auf den DAX könnte mit einem Kontraktwert von 1,0 Punkten ausgestattet sein. Notiert der Index unter 14.000 Punkten, beläuft sich auch der Wert von 1,0 CFDs auf 14.000 EUR. Anleger können in der Regel Bruchstücke von CFDs handeln. Eine Position im Umfang von 0,1 Kontrakten beliefe sich dann auf einen Gegenwert von 1400 EUR.

CFDs bieten ähnlich wie Futures eine Hebelwirkung. Handelt ein Anleger 0,1 Kontrakte und beträgt die Initial Margin des Brokers 5 %, sind zur Eröffnung der Position 70 EUR erforderlich.

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Ein CFD verhält sich bei Kursänderunges im Basiswert ähnlich wie ein Future. Im Fall einer Longposition kommt es bei steigenden Kursen zu Kursgewinnen, bei fallenden Kursen zu Kursverlusten.

Bei Basiswerten wie Aktienindices sind CFDs häufig als Endloskontrakte konzipiert. Vor allem im Rohstoffbereich basieren Differenzkontrakte jedoch häufig auf Futures an Terminbörsen. Dann kommt es bei Fälligkeit des zugrunde liegenden Terminkontraktes zu einem Rollvorgang. Dieser kann mit Rollkosten verbunden sein.

CFDs vs. Futures vs. Zertifikate: Ein Vergleich screenshot 2
Quelle: Admiralmarkets.com

Hebelzertifikate

Hebelzertifikate sind Wertpapiere, die an regulierten Börsen (zum Beispiel Börse Stuttgart oder Frankfurt) gehandelt werden. Die Wertpapiere sind rechtlich gesehen Inhaberschuldverschreibungen. Auch Hebelzertifikate ermöglichen grundsätzlich Spekulationen auf steigende und fallende Kurse.

Wie funktioniert ein Hebelzertifikat? Vereinfacht dargestellt bildet der Emittent eines Zertifikats ein teilweise kreditfinanziertes Portfolio ab. Die Käufer der Zertifikate bezahlen den Eigenkapitalanteil des Portfolios, partizipieren aber an der Gesamtentwicklung des Portfolios. Daraus ergibt sich die Hebelwirkung. Eine Besonderheit ist die bei den meisten Zertifikaten integrierte Knock-out Schwelle.

Dazu ein Fallbeispiel. Der DAX notiert bei 14.000 Punkten. Ein Long Hebelzertifikat ist mit einer Knock-out-Schwelle bei 12.600 Punkten ausgestattet. Erreicht der Kurs des DAX Index zu irgendeinem Zeitpunkt während der Laufzeit einmalig ein Kursniveau von 12.600 Punkten oder darunter, wird das Hebelzertifikat unwiderruflich wertlos.

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Der innere Wert des Zertifikats ergibt sich in diesem leicht vereinfachten Fall aus der Differenz zwischen dem Kurs des Basiswerts und der Knock-out Schwelle. Diese Differenz beträgt 1400 Punkte. Bei einem Bezugsverhältnis von 0,01 (ein Indexpunkt entspricht 0,01 EUR) beläuft sich der innere Wert des Zertifikats auf 14 EUR. Der innere Wert des Zertifikats entspricht dem Eigenkapitalanteil des durch den Emittenten kreditfinanzierten Portfolios.

Wie verhält sich ein Hebelzertifikat? Steigt der DAX um 5 % auf 14.700 Punkte, steigt der innere Wert des Zertifikats um 50 % auf 21 EUR. Es besteht somit eine zehnfache Hebelwirkung. Diese ergibt sich aus dem beim Kauf gezahlten inneren Wert des Zertifikats. Je höher dieser Eigenkapitalanteil, desto geringer der Hebel.

Je nach Emittent können die Details von Hebelzertifikaten etwas unterschiedlich ausgestaltet sein. Hebelzertifikate gibt es für eine Vielzahl von Basiswerten. Gerade auf die großen Basiswerte wie den DAX finden Anleger unzählige Produkte. Die meisten Hebelzertifikate sind nicht mit einer Laufzeitbegrenzung verbunden.

CFDs vs. Futures vs. Zertifikate: Ein Vergleich screenshot 3
Quelle: OnVista.de

CFDs vs. Futures

Für Privatanleger sind CFDs in der Regel empfehlenswerter als Futures. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Bei CFDs besteht in der Regel keine Nachschusspflicht. Dies ist zumindest bei Konten von Privatkunden bei Brokern mit Sitz in der EU der Fall. Das Konto kann hier nicht unter null fallen – egal, wie sich der Markt entwickelt. Bei Futures verhält sich dies prinzipiell anders. Im Extremfall kann es zu Verlusten über den geleisteten Einsatz hinaus kommen.

Ein weiterer Vorteil sind die Losgrößen. Der Handel mit CFDs ist mit kleinen Konten möglich, weil Anleger Bruchstücke von Kontrakten handeln können. Im Handel mit Futures sind dagegen – abhängig von der Kontaktgröße des jeweiligen Futures – sehr hohe Einsätze notwendig.

Gleichwohl bieten auch Futures Vorteile. Dies betrifft etwa die Kosten. Ein Kontrakt im Wert von mehreren hunderttausend Euro lässt sich bei günstigen Brokern für Gebühren unter 10 EUR handeln. Bei CFDs fallen die Kosten in der Regel ein Stück weit höher aus. Wer einen DAX Future – auch im Volumen – mit CFDs nach bildet, muss bei einem Spread von 1,0 Punkten mit Kosten von 25 EUR rechnen.

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Ein weiterer potenzieller Vorteil von Futures betrifft die Wahl aus verschiedenen Fälligkeiten. Dies kann etwa im Handel mit Rohstoffkontrakten relevant sein, um Rollvorgänge und damit zwischenzeitliche Kursverzerrungen zu vermeiden.

CFDs vs. Hebelzertifikate

Hebelzertifikate können im Vergleich zu CFDs mehr Transparenz bieten. Grund dafür ist der börsliche Handel. Gerade hier fallen bei vielen Brokern allerdings recht hohe Mindestgebühren an. Diese belasten kleine Positionen überproportional. Zwar ist der Handel mit Hebelzertifikaten auch im außerbörslichen Emittentenhandel möglich. Jedoch greift das Argument der börslichen Transparenz wiederum nicht. Gerade für Trader mit sehr vielen Transaktionen sind CFDs deshalb häufig die bessere Lösung.

Sowohl bei CFDs als auch bei Hebelzertifikaten fallen Kosten Form von Spreads an. Außerdem gibt es Finanzierungskosten. Diese werden bei CFDs regelmäßig dem Handelskonto belastet. Bei Zertifikaten erfolgt häufig eine Anpassung der Finanzierungsschwelle bzw. Knock-out Schwelle.