Die Hebelwirkung macht den Reiz des CFD Handels aus. Wie funktioniert der Hebel? Welche Chancen und Risiken gibt es durch das Margin Prinzip?

Fallbeispiel: Wie funktioniert der CFD Hebel?

CFD mit flexiblen Hebeln 1

Ein CFD bezieht sich auf einen bestimmten Basiswert wie eine Aktie oder einen Index. Der CFD bildet die Kursentwicklung des Basiswerts nahezu 1:1 ab. Ein Beispiel: Die XYZ-Aktie notiert bei 100 EUR. Ein CFD auf diese Aktie notiert ebenfalls bei 100 EUR. Steigt die Aktie um 10 % auf 110 EUR, steigt auch der Kontraktwert des CFDs um 10 % auf 110 EUR.

Der Grund für die Hebelwirkung liegt im Margin Prinzip. Wer die Aktie kauft, muss in der Regel 100 EUR bezahlen. Für den CFD reicht eine Sicherheitsleistung. Diese wird als Margin bezeichnet. Beträgt die Margin 20 %, zahlt der Käufer eines CFDs im obigen Beispiel 20 EUR anstatt 100 EUR.

Steigt die XYZ Aktie und mit ihr der CFD um 10 % auf 110 EUR, beläuft sich der Gewinn auf 10 EUR. Bezogen auf den Einsatz von lediglich 20 EUR entspricht dies einem Gewinn in Höhe von 50 %. Der Gewinn im CFD ist prozentual gesehen somit fünfmal so groß wie der Gewinn in der Aktie. Der Grund ist der fünffache Hebel.

Die Größe des Hebels ergibt sich direkt aus der Höhe der Margin. Je niedriger die Margin, desto größer der Hebel. Rechnerisch betrachtet ist der Hebel der Kehrwert der Margin. 20 % Margin entsprechen rechnerisch 0,20 (1/5). Der Kehrwert von 0,20 ist 5.

Gut zu wissen: Der Positionswert abzüglich der hinterlegten Margin entspricht dem Fremdkapitalanteil der Position. Für diesen fallen Finanzierungskosten an.

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Chance und Risiko: Hebelwirkung richtig einsetzen

CFD mit flexiblen Hebeln 2

Die Hebelwirkung bietet Chancen und Risiken. Mit einem CFD Hebel partizipieren Anleger überproportional an der Kursentwicklung des Basiswerts. Dies führt bei profitablen Trades zu höheren Gewinnen. Umgekehrt fallen bei Verlusttrades auch die Verluste größer aus.

Aus diesem Grund sind Risiko und Money Management im CFD Handel besonders wichtig. Trader sollten im Vorfeld jedes Trades den maximalen Verlust bestimmen. Der maximale Verlust wird durch einen Stop Loss bestimmt. In Kombination mit der Positionsgröße ergibt sich daraus der Betrag, der bei einem Trade maximal verloren gehen kann.

Ein Beispiel: Ein Trader startet mit 5.000 EUR Kontoguthaben. Er möchte pro Trade maximal 50 EUR bzw. 1 % seines Guthabens riskieren. Der Trader erwirbt einen Long CFD auf die XYZ Aktie. Dieser notiert bei 100 EUR. Der Stop Loss wird bei einem Kurs von 90 EUR gesetzt. Daraus ergibt sich ein maximaler Verlust in Höhe von 10 EUR pro 1,0 CFD Kontrakte. Der Trader eröffnet deshalb eine Position im Umfang von 5,0 Kontrakten. Wird diese Position durch Stop Loss glattgestellt, beläuft sich der Verlust auf 5,0 × 10 Euro = 50 EUR.

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Ohne Stop Loss können die Verluste im Handel mit einem Finanzhebel sehr groß ausfallen. Verluste über das Kontoguthaben hinaus sind in der Regel jedoch nicht mehr möglich. Die sogenannte Nachschusspflicht ist für Konten von Privatanlegern nicht mehr zulässig.

CFD Hebel können nicht nur zu Spekulationszwecken genutzt werden. Auch eine Absicherung bestehender Positionen ist möglich. Ein Beispiel: Ein Anleger besitzt 10 XYZ Aktien im Wert von jeweils 100 EUR. Er fürchtet vorübergehende Kursverluste, möchte sich von der Position jedoch nicht trennen. Deshalb eröffnet er eine Shortposition in einem CFD auf die XYZ-Aktie. Die Positionsgröße: 10,0 Kontrakte.

Fällt die Aktie um 10 % auf 90 EUR, erleidet der Anleger mit seiner Aktienposition einen Verlust in Höhe von 10 × 10 Euro = 100 EUR. Im CFD fällt ein deckungsgleicher Gewinn an.

In den vorangegangenen Fallbeispielen haben wir aus Gründen der Einfachheit keinerlei Kosten berücksichtigt. Unter Berücksichtigung von Spreads, Kommissionen und Finanzierungskosten würden die Ergebnisse minimal anders ausfallen. Im Prinzip gilt die CFD Hebel Erklärung in den Beispielen jedoch für alle CFD Transaktionen.

CFD Hebel einstellen: Welche Hebel sind möglich?

CFD mit flexiblen Hebeln 3

Die maximalen Hebel für CFDs werden durch die Regulierungsbehörden festgelegt. Diese maximal verfügbaren Hebel gelten für Privatanleger:

  • FX Majors: 1:30 (entspricht 3,33 % Margin)
  • FX Minors, Indices, Gold: 1:20 (entspricht 5 % Margin)
  • Rohstoffe außer Gold: 1:10 (anspricht 10 % Margin)
  • Einzelaktien: 1:5 (entspricht 20 % Margin)
  • Kryptowährungen: 1:2 (entspricht 50 % Margin)

Ein Hinweis: FX Majors sind Währungspaare, die US-Dollar, Euro, Japanischen Yen, Kanadischen Dollar, Britisches Pfund oder Schweizer Franken enthalten.

Die Regulierungsbehörden legen Obergrenzen für die Hebelwirkung fest. Dies bedeutet jedoch nicht, dass jeder Trader zwingend mit diesen Hebeln  handeln muss. In den Kontoeinstellungen der Broker lässt sich der CFD Hebel einstellen. Der maximale Hebel kann so auf einen Wert unterhalb der zugelassen Obergrenzen reduziert werden. Es ist auch möglich, ganz auf einen Hebel zu verzichten.

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Wer mit sehr viel größeren Hebeln handeln möchte, hat zwei Möglichkeiten. Erstens: Die Einstufung als professioneller Anleger. Hierzu sind verschiedene Voraussetzungen im Hinblick auf Erfahrung und Kapitalausstattung zu erfüllen. Die Einstufung als professioneller Anleger muss explizit beantragt werden.

Die zweite Möglichkeit ist die Eröffnung eines CFD Handelskontos bei einem Offshorebroker. Dies sind Broker außerhalb der Grenzen der EU. Diese Broker sitzen zum Beispiel in Australien oder auf den Cayman Islands. Hier besteht je nach Anbieter die Möglichkeit, mit Hebeln bis 1:500 zu handeln. Wichtig: Der gesetzlich vorgeschriebene Ausschluss von Nachschusspflicht gilt bei Offshorebrokern nicht. Verluste können theoretisch die Einlage übersteigen.

Einsteiger sollten die Wirkung des Hebels zunächst auf einem Demokonto testen. Auch hier ist es möglich, die Größe des Hebels zu variieren.