Ein Depotwechsel lohnt sich in vielen Fällen. Denn mit den richtigen Depot sparen Anleger Geld. Eine attraktive Depotwechselprämie gibt es oft obendrauf.

Wie funktioniert ein Depotwechsel?

Depotwechsel Erfahrung 1

Bei einem Depotwechsel wird ein Wertpapierdepot von einer Bank zu einer anderen übertragen. Zu unterscheiden ist zwischen einem Depotübertrag mit Inhaberwechsel und einem Depotübertrag ohne Inhaberwechsel. An dieser Stelle geht es um Depotüberträge ohne Inhaberwechsel. D. h., ein Anleger überträgt sein eigenes Depot zu einer anderen Bank. Depotüberträge mit Inhaberwechsel sind zum Beispiel nach einer Erbschaft oder Schenkung relevant.

Bei einem Depotwechsel wird der Wertpapierbestand des Depotinhabers von Bank A zu Bank B übertragen. Tatsächlich verwahren Banken heute die Wertpapiere ihrer Kunden nicht mehr in physischer Form. Stattdessen kommt die Girosammelverwahrung zum Einsatz.

Grob vereinfacht lässt sich dies so beschreiben: Jede Bank verfügt über eine Art Girokonto bei Clearingstellen. Auf diesem Girokonto sind jedoch keine klassischen Guthaben verbucht, sondern Wertpapiere. Die Bank wiederum teilt ihr Wertpapierguthaben bei der Clearingstelle intern auf die Depots ihrer Kunden auf.

Nimmt nun ein Kunde von Bank A einen Depotwechsel vor, veranlasst die Bank eine „Überweisung“ der im Depot des Kunden befindlichen Wertpapiere zu Bank B. Diese Überweisung wird im Auftrag des Kunden vorgenommen. In der Regel verwendet der Kunde dazu ein Formular der Bank B – also der Bank, zu der er wechseln möchte.

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Bank A weist somit den Wertpapierbestand zugunsten von Bank B an. Bank B hat in der Zwischenzeit das Depot für den Kunden bereits eröffnet. Geht die Überweisung ein, erkennt Bank B am „Überweisungsbetreff“, für welchen Kunden die Wertpapiere bestimmt sind. Bank B verfügt nun über einen zusätzlichen Wertpapierbestand. Diese ordnet Sie dem neuen Kunden zu und verbucht sie in seinem Depot.

Bank A teilt Bank B viele Details mit. Dazu gehören zum Beispiel die Einstandskurse des Kunden. Diese werden mit den Wertpapieren übertragen. Deshalb löst ein Depotwechsel auch keine Besteuerung bislang nicht realisierte Gewinne aus.

Prämie bei Depotwechsel mitnehmen: Lohnt sich das?

Depotwechsel Erfahrung 2

Die abgebende Bank darf in der Regel keine Depotwechsel Kosten berechnen. Es gibt allerdings einige Ausnahmen – etwa bei Wertpapieren mit ausländischen Lagerstellen. Die empfangende Bank belastet in der Regel ebenfalls keine Gebühren – schließlich möchte sie den neuen Kunden gewinnen.

Die meisten Anleger führen einen Depotwechsel mit der Absicht durch, Gebühren zu sparen. So ist der neue Broker möglicherweise bei Depotentgelten, Transaktionskosten oder anderen Gebührenposten günstiger.

Zusätzlich zu dieser Ersparnis gibt es häufig eine Depotwechsel Prämie, (oder auch Depotwechsel Bonus). Diese wird durch die neue Bank finanziert. Auf dem deutschen Brokermarkt haben sich unterschiedliche Prämienmodelle durchgesetzt. Diese Modelle sind besonders häufig:

  • Tagesgeld bei Depotwechsel mit Sonderzins und Zinsgarantie
  • Festgeld mit Sonderzins
  • Sachprämien (zum Beispiel iPad)
  • Geldprämien (zum Beispiel 0,5 % des übertragenen Depotwertes)
  • Befristete Rabatte auf Orderentgelte

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Die ING DiBa führte einst mit dem Tankgutschein einen regelrechten Kundenmagneten ein. Die Konkurrenz folgte: Bei Cortal Consors (heute Consorsbank) gab es attraktive Zinssätze für Tagesgeld, der DAB Depotwechsel wurde einst ebenfalls belohnt. Broker haben schnell gelernt: eine Depotwechselprämie ist gut angelegtes Geld.

Bei einem Tagesgeldkonto mit Sonderzins und Zinsgarantie wird dem neuen Kunden für einen bestimmten Zeitrahmen ein bestimmter Zinssatz für Tagesgeld eingeräumt. Dieser Zinssatz liegt typischerweise deutlich über dem Marktzins und wird aus dem Marketingbudget quersubventioniert.

Ein Beispiel: Der reguläre Zins am Tagesgeldmarkt beträgt 1,0 %. Ein Broker bietet im Rahmen einer Depotwechsel Aktion 3 % Zinsen für Tagesgeld bis 20.000 EUR mit sechs Monaten Zinsgarantie an. Der Mehrwert der Aktion: 200 EUR. Diese Aktionen gab es in der Vergangenheit derart häufig, dass sich im Internet mittlerweile verschiedene Tagesgeldvergleiche mit Depotwechsel finden.

Auch diverse quersubventionierte Zinsen für Festgeld sind bei Depotwechseln verbreitet. Hier gilt häufig: Anleger erhalten einen quersubvetionierten Zinssatz bis zu dem Betrag, der in Wertpapieren übertragen wird. Manche Broker zählen hier nur bestimmte Wertpapiere wie zum Beispiel aktiv verwaltete Investmentfonds.

Verbreitet sind auch Sachprämien. Hier gibt es zum Beispiel iPads, Tankgutscheine, Unterhaltungselektronik, Einkaufsgutscheine und viele weitere Prämien. Der Gegenwert kann durchaus im oberen dreistelligen Bereich liegen. Häufig gilt neben dem Depotwechsel dann jedoch eine weitere Bedingung. Broker könnten zum Beispiel 50 Trades in den ersten drei Monaten ab der Depoteröffnung verlangen.

Einige Banken sehen auch Gutschriften auf dem Verrechnungskonto als Prämie für Depotwechsel vor. Dann gibt es zum Beispiel 0,5 % des übertragenen Depotwertes als einmalige Gutschrift. Auch hier zählen häufig nur bestimmte Wertpapiere wie aktiv verwaltete Investmentfonds. Bei diesen erhalten Banken eine Bestandsprovision von der Fondsgesellschaft.

Sehr verbreitet sind befristete Rabatte auf Orderentgelte und Depotgebühren. Dann handeln neue Kunden zum Beispiel den ersten zwölf Monaten nach der Depoteröffnung für 50 % des regulären Orderentgeltes. Vorsicht: Die Rabatte gelten häufig nicht für alle Börsen und nicht für alle Bestandteile des Orderentgelts.

Depotwechsel richtig durchführen: So geht es

Depotwechsel Erfahrung 3

Es spricht nichts dagegen, eine Depotwechsel Prämie mitzunehmen. Ausschlaggebend bei der Wahl eines Brokers sollte die Prämie jedoch nicht sein. Wichtiger für den langfristigen Anlageerfolg sind günstige Konditionen des Brokers. Depotentgelte, Ordergebühren etc. müssen ebenso zu den eigenen Anforderungen passen wie das Leistungsangebot. Unter dieser Vorbedingung kann sich ein Depotwechsel Prämie Vergleich allerdings lohnen.

So läuft der Depotwechsel im Detail ab:

  • Broker vergleichen und auswählen
  • Depotwechsel Formular bei neuem Broker herunterladen, ausfüllen und an bisherigen Broker schicken
  • Vorbereitung: kurzläufige Optionen/Knock-outs verkaufen oder im alten Depot belassen
  • Freistellungsauftrag übertragen
  • Bedingungen für Bonus erfüllen

Steht der neue Broker der Wahl fest, ist das Procedere grundsätzlich sehr einfach. Das Formular für den Depotübertrag gibt es beim neuen Anbieter. Dieses Formular wird ausgefüllt entweder durch den neuen Broker oder den Kunden selbst an die depotführende Bank geschickt.

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Im Formular lässt sich auswählen, ob der gesamte Bestand oder nur ausgewählte Wertpapiere übertragen werden sollen. Wer kurzläufige Knock-outs oder Optionsscheine im Portfolio hat, muss diese nicht zum neuen Anbieter übertragen. Hier gilt es zu bedenken, dass nach der Ausbuchung aus dem bisherigen Depot einige Tage bis zur Einbuchung ins neue Depot vergehen. Während dieser Zeit ist der Bestand nicht handelbar.

Die vorübergehende Unterbrechung des Zugriffs gilt es auch in besonders volatilen Marktphasen zu beachten. Diese sind vielleicht nicht der beste Zeitpunkt für einen Depotwechsel.

Mit dem Depot kann auch der Freistellungauftrag zur neuen Bank übertragen werden. Der Sparerfreibetrag in Höhe von 801 EUR pro Person kann jedoch nur einmalig in Anspruch genommen bzw. in dieser Höhe auf mehrere Banken aufgeteilt werden.

Etwas problematisch verhält es sich mit Bruchstücken von Wertpapieren. Diese fallen etwa bei Wertpapiersparplänen an. Bruchstücke können häufig nicht übertragen werden. Dann bleibt nichts anderes, als diese bei der bisherigen Bank wertlos auszubuchen oder den Sparplan dort weiter zu betreiben.