Volatilität traden: So geht es

Die Volatilität gilt als Maß für die Nervosität an den Märkten. Anleger können Volatilität traden und davon profitieren.

Was ist Volatilität?

Volatilität ist eine statistische Kennzahl. Die Kennzahl misst die Schwankung einer Zeitreihe – zum Beispiel einer Zeitreihe mit Aktienkursen. Bei hoher Volatilität schwanken die Aktienkurse stärker, bei geringer Volatilität verhalten sich die Märkte eher ruhig.

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Zu unterscheiden sind historische und implizite Volatilität. Die historische Volatilität misst die Schwankungsintensität von Kursen ex post. Häufig wird die historische Volatilität als Ausgangsbasis für die Schätzung künftiger Schwankungen verwendet. Berechnet wird die historische Volatilität über die Standardabweichung der Kurse eines Marktes über einen bestimmten Zeitraum.

Die implizite Volatilität wird aus den Preisen am Optionsmarkt abgeleitet. Aus den Optionspreisen lässt sich ableiten, welche Schwankungen die Marktteilnehmer für die nächste Zeit erwarten.

Volatilitätsindizes (VIX)

Volatilität traden: So geht es screenshot 1

Quelle: CBOE

https://www.cboe.com/tradable_products/vix/

Für sehr viele Indices wie DAX, S&P 500 und Co. gibt es sogenannte Volatilitätsindizes. Diese messen die implizite Volatilität ihrer Basis. Der V DAX New misst zum Beispiel die implizite Volatilität des Deutschen Börsenbarometers DAX. Es gibt unzählige weitere Volatilitätsindizes wie zum Beispiel den CBOE Volatility Index. Die meisten Indices messen die implizite Volatilität ihrer Basis für einen Zeitraum von 30-45 Tagen.

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Egal ob DAX Volatilität oder ein anderer Index: An allen Volatilitätsindizes lässt sich eine entscheidende Eigenschaft der Volatilität erkennen. Die „Vola“ neigt dazu, kurzzeitig sehr stark anzusteigen, dann jedoch wieder abzuflachen. Ein steiler Anstieg fällt meist in Zeiten hoher Unsicherheit wie zum Beispiel während der Finanzkrise, zu Beginn der Corona Pandemie etc.

Die Deutsche Börse berechnet seit vielen Jahren den V DAX New als Volatilitätsindex. Der Index ist mit einer festen Restlaufzeit von 30 Tagen ausgestattet. Es gibt zahlreiche Subindizes. Berechnet wird der V DAX New nicht (wie früher üblich) anhand der impliziten Volatilität von DAX Optionen am Geld. Stattdessen verwendet die Deutsche Börse die Wurzel der impliziten Varianzen von Optionen die im und aus dem Geld notieren.

ETFs auf Volatilität

Anleger können in Produkte investieren, die Volatilitätsindizes abbilden. Dies ist über börsengehandelte Indexfonds (ETFs) ebenso möglich wie über Exchange Traded Products (ETPs). Diese Produkte bilden den Volatilitätsindex zumeist über Futures ab.

Als dauerhafte Komponente eines Portfolios ist Volatilität jedoch nur bedingt geeignet. Wer längerfristig in entsprechenden ETFs auf Volatilitätsindizes investiert ist, verliert meistens Geld. Dies ist auf die Konstruktion der ETFs zurückzuführen.

Als Beispiel für die Konstruktion kann zum Beispiel der MR-Lyxor S&P 500 VIX Futures Enhanced Roll UCITS ETF dienen (ISIN: LU0832435464).

Dieser ETF variiert sein Portfolio kontinuierlich zwischen einem kurzfristigen und einem mittelfristigen VIX Futures Portfolio hin und her. Zum Einsatz kommen dabei kurzfristige sowie mittelfristige VIX Futures mit zum Teil täglich rollierenden Positionen.

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Die Abbildung unten zeigt die Wertentwicklung des ETFs für den Zeitraum von September 2016 bis September 2021.

Volatilität traden: So geht es screenshot 2

Quelle: Lyxor ETF.de

https://www.lyxoretf.de/de/retail/products/alternatives/lyxor-sp-500-vix-futures-enhanced-roll-ucits-etf-acc/lu0832435464/eur

Der ETF hat im überwiegenden Teil des Zeitraums an Wert verloren. Deutliche Anstiege gab es vor allem im Zusammenhang mit turbulenteren Börsenphasen. Besonders gut zu erkennen ist der steile Anstieg des Volatilität ETFs im Zusammenhang mit der Coronakrise im März 2020.

Auf Anstieg der Volatilität wetten

Anleger können mit verschiedenen Methoden Volatilität traden. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, den Kursverlauf des Marktes zu antizipieren. Im Mittelpunkt steht bei dieser Strategie der Versuch, von einer allgemein ansteigenden Marktvolatilität zu profitieren.

Eine Möglichkeit dazu bietet Optionsmarkt. Wer auf steigende Volatilität spekuliert, eröffnet Longpositionen in Optionskontrakten. Um das Marktpreisrisiko zu eliminieren, kann jeweils eine Call- und eine Put Option auf den Markt gekauft werden (Long Straddle).

Dabei sind die Basispreise von Call und Put identisch. Wer auf sehr stark steigende Volatilität spekuliert,  kann mit einem Long Strangle operieren. Auch hier werden jeweils eine Call- und eine Put Option gekauft. Allerdings sind die Basispreise nicht identisch. Der Strike der Call Option liegt etwas über, der Strike der Put Option etwas unter dem aktuellen Marktpreis.

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Eine für Privatanleger einfach zugängliche Methode besteht im Kauf von ETFs oder ETPs auf einen Volatilitätsindex. Der Kauf solcher Produkte ermöglicht eine Partizipation an kurzfristig und stark ansteigender Volatilität. Volatilitätsindizes können zum einen zu spekulativen Zwecken, zum anderen auch zur Absicherung eines Portfolios eingesetzt werden.

Auf abnehmende Volatilität wetten 

Abnehmende Volatilität traden ist ebenfalls am Optionsmarkt möglich. Hier setzen Anleger auf Shortpositionen. Ein Short Straddle besteht aus je einer Stillhalterposition in einer Put- und einer Call Option mit gleichem Basispreis. Bei einem Short Strangle unterscheiden sich die Basispreise.

Mit Shortpositionen am Optionsmarkt vereinnahmen Anleger eine Prämie. Sinkt die Volatilität, verfallen die Optionen vollständig oder weitgehend wertlos, sodass die Optionsprämie die Erfüllungskosten der Kontrakte übersteigt.

Alternativ zu Positionen am Optionsmarkt ist der Kauf von Short ETFs auf Volatilität möglich. Diese Produkte gibt es (ebenso wie ETFs ohne Short Variante) auch in einer gehebelten Version.

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Fazit

Die Volatilität ist das wesentliche Maß für Unsicherheit an den Märkten. Typischerweise steigt die Volatilität kurzzeitig stark an, um dann wieder nachzulassen. Anleger können am Optionsmarkt auf steigende und fallende Volatilität wetten. Wer keinen Zugang zu Optionen hat, kann auch über ETFs und ETPs Volatilität traden. Dies ist in beide Richtungen und sogar mit Hebel möglich.