So kann sich ein Demokonto von einem Livekonto unterscheiden

Einsteiger nutzen es, professionelle Trader ebenso: Ein Trading Demokonto. Tatsächlich ist Demo Trading aus vielerlei Gründen ausgesprochen empfehlenswert. Allerdings unterscheidet sich ein Demokonto in vielen Punkten von einem Livekonto. Diese Unterschiede sollten Trader kennen.

Nicht alle Demokonten sind realistisch

Demokonten kommen vor allem CFD und Forex Trading zum Einsatz. Doch nicht jedes CFD Demokonto ist realistisch. Was genau Anwender auf der Benutzeroberfläche sehen, welche Preise quotiert werden, welche Märkte verfügbar sind und welche Kosten abgerechnet werden – all dies entscheidet der Broker durch seine internen Einstellungen. Welche Unterschiede zwischen Demokonto und Livekonto sind besonders häufig anzutreffen? Wir geben einen Überblick.

Unterschied 1: Immer nur die besten Spreads

Ein wesentlicher Teil der Kosten im CFD und FX Handel entfällt auf die Spreads. Market Maker bestimmen den Spread selbst und platzieren ihre Margen  darin. Bei DMA Brokern (CFDs außerhalb des FX Handels) sowie bei STP/ECN Brokern (FX Handel) richten sich die Spreads nach dem jeweiligen Handelsnetzwerk bzw. Liquiditätsprovider. Zusätzlich können Broker Markups aufschlagen.

Bei manchen Demokonten setzen Broker unrealistische Spreads an, die stets dem theoretischen Minimum entsprechen. Dies kann sich erheblich auf das Ergebnis des Demokontos und damit auf die Kontoentscheidung des Traders auswirken.

Ein Beispiel: Ein Daytrader handelt pro Woche 50 Positionen über jeweils 1,0 Standardlots im EUR/USD. Ein Broker setzt beim Demo Trading einen Spread in Höhe von 0,1 Pips an. Dieser Spread gilt immer. 0,1 Pips entsprechen bei 1,0 Standardlots Kosten in Höhe von 1,0 USD pro Position. Pro Woche bezahlt der Trader somit 50 USD an Spreads.

Auf dem Livekonto beläuft sich der durchschnittliche Spread im EUR/USD jedoch auf 0,8 Pips. Dementsprechend belaufen sich die tatsächlichen Kosten auf 400 USD pro Woche. Die Unterschiede zwischen Demokonto und Livekonto können durchaus in dieser Größenordnung liegen.

Ein Tipp: Bei manchen Brokern können Trader zwischen Demo- und Livekonto hin -und her switchen. Dafür ist keine eine vollständige Eröffnung des Livekontos (inklusive KYC und AML Vorschriften) notwendig. Das Livekonto ist auch so eingerichtet – ermöglicht allerdings zunächst keine Trades. Es ist jedoch möglich, die Spreads im Livekonto zu sehen. So lassen sich diese ohne tatsächliche Kontoeröffnung mit dem Demokonto vergleichen. Ein Beispiel für solche Broker ist Plus500.

So kann sich ein Demokonto von einem Livekonto unterscheiden screenshot 1
Quelle: Plus500.com

Unterschied 2: Kommissionen für Vieltrader ab dem ersten Trade

Je nach Marktmodell eines Brokers kommen Kommissionen zum Einsatz. Dies ist etwa bei STP Brokern ohne Markups, ECN Brokern und DMA Brokern der Fall. Die Kommissionen sind bei vielen Brokern degressiv gestaffelt. Das bedeutet, dass Trader mit höheren Handelsvolumina in günstigere Gebührenstufen eingruppiert werden. Ein Beispiel dafür ist FXCM. Ein Ausschnitt aus den Konditionen des Brokers ist in der Abbildung unten zu sehen. Ab einem monatlichen Handelsvolumen von 150-500 Mio. USD sind erhebliche Rabatte möglich.

So kann sich ein Demokonto von einem Livekonto unterscheiden screenshot 2

 Quelle: FXCM.com

Manche Broker setzen bei der Trading Demo automatisch die Kommissionen der günstigsten Gebührenstufe an. Viele Trader erreichen jedoch das dafür notwendige Handelsvolumen gar nicht. In der Konsequenz ist das Resultat beim Demokonto Trading deutlich besser als in der Realität.

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Unterschied 3: Verringerte Finanzierungskosten

Neben Spreads und Kommissionen spielen Finanzierungskosten eine nicht unwesentliche Rolle. Hohe Finanzierungskosten können die Ergebnisse verschlechtern. Auch hier gilt: Dass bei einem CFD Demokonto die realistischen Finanzierungskosten angesetzt werden, ist nicht garantiert.

Gestattet ein Broker auch ohne vollständige Kontoeröffnung einen Blick in die Marktinformationstabellen des Livekontos, ist dies ein Vorteil. Dort lassen sich die tatsächlichen Finanzierungskosten in Erfahrung bringen und mit denen des Demokontos vergleichen.

So kann sich ein Demokonto von einem Livekonto unterscheiden screenshot 3
Quelle: Plus500.com

Unterschied 4: Keine Slippage

Slippage bezeichnet die Abweichung des Ausführungskurses vom zuvor angezeigten Kurs. Ein Trader klickt zum Beispiel bei einem EUR/USD Kurs von 1,20720 auf den „Kaufen“ Button. Die Order wird sofort ausgeführt – allerdings zum Kurs von 1,20725 und damit 0,5 Pips teurer als zunächst angezeigt.

Slippage ist zunächst nicht ungewöhnlich, da die Preise am Markt sich ständig ändern. Manche Broker ziehen hieraus jedoch ihren Profit. Dies ist etwa der Fall, wenn ausschließlich negative Slippage (d. h. solche zulasten des Traders), aber keine positive Slippage möglich ist.

Broker können Demokonten so einrichten, dass es nicht zu Slippage kommt. Auch dies verbessert das Ergebnis auf dem Demokonto im Vergleich zum Live Trading.

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Ob ein Broker beim Demo Trading jegliche Slippage abstellt, lässt sich für die meisten Privatanleger nur schwer herausfinden. Idealerweise macht ein Broker verbindliche Angaben zur Behandlung von Slippage und zu den Bedingungen auf dem Demokonto.

So kann sich ein Demokonto von einem Livekonto unterscheiden screenshot 4
Quelle: Pepperstone MetaTrader

Unterschied 5: Keine Re-Quotes

Ein weiterer Unterschied zwischen Demokonto und Livekonto betrifft Re-Quotes. Wirbt ein Broker mit Handel ganz ohne Slippage, sind solche Re-Quotes häufiger anzutreffen. Klickt ein Trader auf den „Kaufen“ Button und weicht der Kurs in diesem Moment ab, führt der Broker die Order zunächst nicht aus, sondern bietet einen neuen Kurs an. Dies ist aus verschiedenen Gründen nachteilig – wer schnell handeln möchte, verpasst dadurch möglicherweise eine Bewegung um einige Pips oder Punkte.

Auch hier gilt: Prinzipiell können Broker Re-Quotes auf einem Demokonto unterlassen, diese aber im Live Trading anwenden. Auf dem Demokonto werden Orders dann möglicherweise zum zuvor angezeigten Kurs ausgeführt.

Unterschied 6: Kein Margin Call und Close-Out

Broker können ihre Demokonten so gestalten, dass Initial Margin, Maintenance Margin, Margin Call  und Close Out genauso gestaltet sind wie im Live Trading. Sicher ist dies jedoch nicht. Manche Broker verzichten ganz darauf  und lassen bei Verlusten das Demokonto im Zweifel bis auf null laufen. Für realistische Bedingungen beim Demo Trading ist eine vollständige Anwendung der Margin- und Liquidationsregeln wie im Live Trading jedoch empfehlenswert.

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Unterschied 7: Nicht alle Märkte, Funktionen und Kurse verfügbar

Bei manchen Brokern stehen auf dem CFD Demokonto alle Basiswerte zur Verfügung, die es auch auf dem Livekonto gibt. Demo Trading ist dann für Einzelaktien ebenso möglich wie für Devisen, Edelmetalle, Indices etc. Leider gilt dies für längst nicht alle Broker. Häufig ist die Zahl der Basiswerte deutlich beschränkt – und obendrein die Kursdatenversorgung noch verzögert.

Demokonten dieser Qualität bringen bestenfalls einen Einblick in die Benutzeroberfläche. Insbesondere bei MetaTrader Konten erübrigt sich dies häufig allerdings ohnehin, da viele Trader diese Software bereits kennen. Allerdings lässt sich bei vielen MetaTrader Konten beobachten, dass viele Basiswerte nur in den Grundeinstellungen fehlen, sich jedoch über die Menüleiste hinzufügen lassen.

So kann sich ein Demokonto von einem Livekonto unterscheiden screenshot 5

Mitunter gibt es weitere Einschränkungen, die insbesondere die Handelsplattform betreffen. Dann sind zum Beispiel nicht alle Zeichenwerkzeuge freigeschaltet. Auch die im Live Trading verfügbaren Periodizitäten, Kurshistorien etc. sind auf dem Demokonto dann eingeschränkt.

Es gilt der Grundsatz: Will ein Broker mit seiner Plattform und den Konditionen überzeugen, sollte er diese auf dem Demokonto möglichst authentisch zur Schau stellen.

Kriterien für gute Demokonten

Gute Demokonten erfüllen verschiedene Anforderungen. Es sollten möglichst viele Basiswerte handelbar sein – wenn auch nur auf dem Papier. Bei einigen Brokern stehen nur ein paar Dutzend Basiswerte zur Verfügung, andere Anbieter bieten auch auf dem Demokonto etliche tausend Märkte.

Vorteilhaft sind ferner realistische Bedingungen. Dies betrifft Spreads ebenso wie Re-Quotes. Idealerweise wird das Demokonto mit denselben Kursdaten versorgt wie das Livekonto.

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Wichtig ist zudem, dass die gesamte Trading Software inklusive möglichen Erweiterungen auch im Demokonto zur Verfügung steht. Ansonsten ist der Test der Software letztlich nicht möglich. Zudem sollten Demokonten zeitlich unbegrenzt nutzbar sein. Dies ist bei vielen Brokern zumindest in Verbindung mit einem Livekonto der Fall.

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Quelle: Admiralmarkets.com