Hedging: Wie funktioniert es für Privatanleger?

Beim Hedging geht es um die Absicherung von Positionen im Markt. Wie funktionieren solche Sicherungsgeschäfte und welche Typen von Hedging gibt es? Wann lohnt sich Hedging für Privatanleger? Diese und weitere Fragen beantworten wir hier.

Was bedeutet Hedging?

Hedging ist ein Oberbegriff für Sicherungsgeschäfte. Es geht um den Abschluss eines Geschäfts, das bestimmte Risiken ganz oder vollständig aus dem Portfolio eliminiert.

Ein Beispiel dafür sind Währungssicherungsgeschäfte, die auch als Forex Hedging bezeichnet werden. Anleger können zum Beispiel eine Position in Gold aufbauen. Gold wird jedoch in US-Dollar gehandelt. Somit besteht ein zusätzliches Währungsrisiko.

Möchte ein Anleger dieses Wechselkursrisiko entfernen, schließt er ein Sicherungsgeschäft für den Wechsel von USD in EUR ab und eliminiert damit das Währungsrisiko aus dem Goldtrade. Hedging am Forex Markt kommt häufig auch bei Quantozertifikaten zum Einsatz, die wiederum bei Privatanlegern beliebt sind.

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Es gibt unterschiedliche Typen von Hedging wie zum Beispiel Pure Hedge und Cross Hedge. Die Varianten unterscheiden sich vor allem in dem Umfang, in dem Kursrisiken abgesichert werden.

Hedging kann sich auf alle Marktrisiken beziehen. Fremdwährungsrisiken gehören dazu genauso wie Kursrisiken und Zinsänderungsrisiken.

Hedging mit Futures

Institutionelle Anleger nutzen zum Hedging vor allem Terminkontrakte wie Futures und Forwards (beim FX Hedging handelt es sich um Forwards, ansonsten um Futures).

Typischerweise besteht dann in einem Markt ein Bestand, der gegen Preisrisiken abgesichert werden soll. Das klassische Beispiel für Hedging ist ein Farmer, der in absehbarer Zeit (nach der Ernte) über einen bestimmten Bestand an Mais verfügen wird. Zum Zeitpunkt der Saat kennt er den Spotpreis zur Erntezeit nicht. Er kann jedoch einen Terminkontrakt mit Fälligkeit zur Ernte abschließen und dadurch den Preis absichern.

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Die Abbildung unten zeigt einen Mais Future mit Fälligkeit im Dezember 2021 an der Chicago Mercantile Exchange (CME). Wie dieser relativ kurze Zeitraum bereits zeigt, sind auch Agrarrohstoffe beträchtlichen Schwankungen unterworfen.

Hedging: Wie funktioniert es für Privatanleger? screenshot 1

Quelle: cmegroup.com

Wer als Privatanleger nicht gerade Farmer im Nebenberuf ist, sichert häufig Aktienbestände ab. So könnte ein Anleger eine Position in amerikanischen Technologieaktien aufgebaut haben. Ist dieses Portfolio hoch genug mit dem Nasdaq 100 Index korreliert, ermöglicht eine Shortposition im Nasdaq 100 Future einen Hedge des Portfolios. Hedging mit Futures ist relativ unkompliziert und vor allem kostengünstig.

Sind ein bestehendes Aktienportfolio und der zugehörige Future perfekt korreliert, führt die Eröffnung einer Shortposition Future mit ausreichender Kontraktgröße zu einer vollständigen Elimination von Kursänderungsrisiken im Portfolio. Verluste im Portfolio werden durch Gewinne im Future ausgeglichen.

Umgekehrt sind auf diesem Weg natürlich auch keine Kursgewinne mehr möglich. Zudem gilt die vollständige Elimination ausschließlich vor Steuern. Unter Berücksichtigung von Steuern kann es dazu kommen, dass Gewinne im Portfolio bzw. Future versteuert werden müssen, während Verluste im Portfolio bzw. Future nicht vollständig gegengerechnet werden können.

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Hedging mit Optionen

Auch Optionen können sich zur Absicherung eignen. Hier gibt es einen wesentlichen Unterschied zu Futures. Option funktionieren wie eine Art Versicherung. Anleger zahlen eine Prämie, die bei Nichteintritt des Versicherungsfalls (nach einiger Zeit) verloren ist. Dadurch entstehen durch diese Form der Absicherung höhere Kosten. Anders als beim Hedging mit Futures werden jedoch Gewinne durch den Kauf von Optionen nicht ausgeschlossen.

Ein Anleger mit einem DAX Portfolio könnte zum Beispiel DAX Put Optionen an der Eurex erwerben. Entspricht der Ausübungspreis dem Preis des Portfolios, bestehen keine Verlustrisiken. Allerdings wird der Anleger eine Versicherungsprämie Bereich von ca. 3-5 % in Kauf nehmen müssen. Bewegen sich die Kurse gar nicht, entspricht dies dem Verlust unter Berücksichtigung der Hedging Kosten.

Hedging mit CFDs

CFDs funktionieren ähnlich wie Futures, eignen sich aufgrund geringer Kontraktgrößen jedoch besser Privatanleger. Hedging ist hier bereits mit Einsätzen ab ca. 100 EUR möglich. Allerdings sollten Anleger die im Vergleich zu Futures deutlich höheren Finanzierungskosten berücksichtigen. Diese können auf Sicht von zwölf Monaten durchaus 4-5 % erreichen – und damit das Kostenniveau einer Option. Anders als bei einer Option gilt für CFDs jedoch ebenso wie für Futures, dass weitere Gewinne mit dem Basisportfolio ausgeschlossen sind.

Hedging: Wie funktioniert es für Privatanleger? screenshot 2

Quelle: nextmarkets.com

Benötigen Privatanleger Hedging?

Zu welchen Anlässen können Privatanleger Hedging einsetzen? Die Einsatzmöglichkeiten sind begrenzt. Für kurzfristiges Trading eignet sich Hedging letztlich nicht. Schließlich besteht der Charakter kurzfristiger Trades gerade darin, Marktschwankungen auszunutzen. Liegen keine klaren Handelssignale im Sinne der verwendeten Strategie vor, wird gar keine Position eröffnet – Hedging ist dann nicht notwendig.

Bei langfristigen Strategien können sich temporäre Absicherungen dagegen durchaus lohnen. Wer etwa einen kurz bevorstehenden, stärkeren Einbruch der Aktienmärkte befürchtet, kann dieses Risiko durch Futures bzw. Optionen für überschaubare Zeiträume absichern. Kommt es dann wirklich zu einem stärkeren Rückgang, ermöglichen die Gewinne im Future den Aufbau zusätzlicher Positionen zu niedrigeren Kursen.

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Für den langfristigen Einsatz eignen sich vollständige Absicherungsgeschäfte mit Futures allerdings nicht, da das Portfolio dann keine Gewinne mehr erwirtschaften kann. Der langfristige Einsatz von Optionen wiederum ist sehr teuer und deshalb in aller Regel nicht rentabel.