Wetten auf Inflation: Möglichkeiten für Trader

Inflation wird für Anleger zum Problem, für Trader jedoch zur Chance. Mit welchen Produkten lässt sich auf eine steigende Inflationsrate wetten? Wir geben einen Überblick!

Gold, der sichere Hafen?

Gold gilt als sicherer Hafen in Krisenzeiten. Das gelbe Edelmetall wird seit Jahrtausenden als sichere, transportable und wertstabile Anlage geschätzt. Daran hat sich wenig geändert: Seit rund 15 Jahren steigen die Goldpreise. Ein Grund dafür ist die Angst vieler Anleger vor Geldentwertung durch Inflation.

Investitionen in Gold sind für Anleger auf verschiedenen Wegen möglich. Wer mit einem Hebel einsteigen und auf relativ kurzfristige Marktveränderungen setzen möchte, nutzt CFDs. Ebenso stehen Investments in besicherte Schuldverschreibungen (Briefgold wie zum Beispiel der Xetra-Gold ETC) und Direktinvestments in physisches Gold in Form von Münzen und Barren zur Wahl. Münzen und Barren können wahlweise zu Hause oder in einen Schließfach/Tresor bei einer Bank oder einer Verwahrstelle aufbewahrt werden.

Die Historie zeigt: Grundsätzlich funktioniert Gold als Inflationsschutz. Es gibt allerdings einige Details zu bedenken. So lässt sich beobachten, dass die Goldpreise häufig über einen langen Zeitraum ansteigen, während die Inflationssorgen größer als die tatsächliche Geldentwertung sind. Kommt es dann tatsächlich zu einem deutlichen Anstieg der Preise, fällt der Goldpreis häufig. Die Wette auf steigende Goldpreise durch steigende Teuerungsraten geht somit nicht zwangsläufig auf – jedenfalls im Hinblick auf kurz- und mittelfristige Zeiträume.

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Quelle: Tradesignalonline.com

Inflationsindexierte Anleihen

Wetten auf steigende Inflationsraten sind auch über den Anleihemarkt möglich. Zum einen preist der Anleihemarkt generell höhere Inflationserwartungen in Form höherer Zinsen ein. Das bedeutet, dass die Kurse der Anleihen fallen.

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Zum anderen gibt es für eine Vielzahl von Emittenten sogenannte Inflationsindexierte Anleihen. Auch der deutsche Staat begibt solche Titel. Die Besonderheit: Zinskupon und Rückzahlung werden an einen Verbraucherpreisindex gekoppelt. Unter Null fallen kann der nominale Zinskupon in der Regel nicht. Kommt es zu Deflation, werden Inflation Linked Bonds in der Regel zum Nennwert und mit dem vereinbarten Mindestzinssatz zurückgezahlt. Im aktuellen Marktumfeld kann dies durchaus eine negative Gesamtrendite bedeuten, da die Kaufpreise deutlich über dem Nennwert liegen.

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Quelle: deutsche-finanzagentur.de

Verschiedene Broker bieten CFDs auf Inflationsindexierte Anleihen an. Mit diesen können Trader auf steigende Inflationserwartungen spekulieren. Wichtig: Die aktuellen Inflationserwartungen – auch im Hinblick auf lange Zeiträume in der Zukunft – sind im Kurs der Anleihen bereits eingepreist. Die Wette auf steigende Inflation geht für Käufer der Anleihen und CFDs nur auf, wenn die Inflation am Ende höher liegt als zunächst in der Inflationsprognose des Marktes eingepreist. Das Szenario einer nach langer Abwesenheit zurückkehrenden Inflation wird auch als Reflation bezeichnet.

Wer nicht in einzelne Anleihen investieren möchte, setzt auf Anleihe ETFs. Es gibt Anleihe ETFs, die ausschließlich in Inflationsindexierte Anleihen investieren. Je nach Ausrichtung kann es sich dabei ausschließlich um Anleihen aus der Eurozone oder Titel weltweiter Emittenten handeln.

Im aktuellen Marktumfeld spricht für Wetten auf Inflation vieles für Inflationsindexierte Anleihen. Anleger können sich nicht darauf verlassen, dass der allgemeine Anleihemarkt höhere Inflationserwartungen automatisch einpreist. Dafür ist der Einfluss der weltweiten Notenbanken zu groß.

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Inflationsderivate sind seltener geworden

Mittlerweile halten sich Emittenten und Börsen bei der Auflegung von Inflationsderivaten stärker zurück. In der Vergangenheit gab es häufiger Zertifikate, die an einen Verbraucherpreisindex gebunden waren. Auch bei Terminkontrakten, CFDs und anderen Produkten war häufiger eine Kopplung an die Inflation vorgesehen.

Rohstoffe als Wette auf Inflation

Eine weitere Möglichkeit für Wetten auf Inflation bietet der Rohstoffsektor. Die Preise für Rohstoffe wie Öl, Industriemetalle und Agrarerzeugnisse steigen in inflationären Zeiten typischerweise recht stark. Anleger können Futures und CFDs auf diese Märkte handeln.

Empfehlenswert ist dann eine breitere Streuung. Anstatt zum Beispiel ausschließlich auf steigende Preise zu wetten, sollten Anleger einen breiten Rohstoffkorb mit fossilen Brennstoffen, Agrarerzeugnissen, Industriemetallen etc. abbilden. Auch dies ist über verschiedene Produkte wie zum Beispiel CFDs möglich.

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Quelle: cmegroup.com