Konten bei mehreren CFD Brokern: Warum es sich lohnen kann

Manche CFD Broker bieten Top Konditionen für den DAX, andere sind in Forex Handel deutlich günstiger. Für aktive Trader kann es sich deshalb lohnen, CFD Trading über Konten bei verschiedenen Brokern zu betreiben.

Kein Broker ist in allen Märkten gut

Fast jeder CFD Broker wirbt mit einigen Flaggschiffmärkten. Besonders verbreitet sind DAX, EUR/USD, Gold und die großen US Aktienindices. In diesen Flaggschiffmärkten bieten die Broker ausgesprochen enge Spreads. In anderen Märkten können die Konditionen jedoch sehr viel schlechter ausfallen.

Gut zu wissen: Praktisch kein Broker ist in allen Märkten gleich gut. Die meisten (guten) CFD Broker gehören in einigen wichtigen Märkten zur Spitze des Marktes, fallen in anderen Märkten jedoch deutlich dahinter zurück.

Ausgehend von dieser Erkenntnis kann es sich lohnen, mehr als ein CFD Handelskonto zu nutzen. Schließlich sollten Trader bei all ihren gehandelten Märkten die bestmöglichen Konditionen nutzen – zugunsten ihres persönlichen Handelsergebnisses.

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Quelle: Axi.com 

Forex beim Devisenspezialisten, Aktien beim DMA Broker

Wie groß die Unterschiede ausfallen können, zeigt ein Blick auf die Wettbewerbssituation. Der Handel im EUR/USD ist bei guten STP/ECN Brokern zu durchschnittlichen Spreads von 0,1 Pips und durchschnittlichen Roundturn Kommissionen von ca. 6 US-Dollar pro Standardlot möglich. Die Gesamtkosten pro Standardlot belaufen sich dann auf ca. 7 US-Dollar.

Schon bei Brokern mit mittelmäßiger Preisqualität in diesem Währungspaar müssen Trader mit ca. zwölf US-Dollar Gesamtkosten pro 1,0 Standardlots rechnen. Diese Kosten ergeben sich etwa bei sechs US-Dollar Roundturn Kommissionen und weiteren 6,0 USD in Form von 0,6 Pips Spread.

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Der Unterschied von 5 US-Dollar pro Standardlot ist für aktive Trader beträchtlich. Daytrader können durchaus 50 Positionen pro Monat im EUR/USD handeln. Die Mehrkosten pro Jahr summieren sich dann auf 3000 EUR.

Ähnlich groß sind die Unterschiede im Handel mit Aktien CFDs. Die Summe aus Spreads und Kommissionen kann zwischen sehr preisstarken und mittelmäßigen Brokern groß genug sein, um zwischen profitablem und nicht profitablem Trading zu unterscheiden.

Da der Aufwand des parallelen Handels über mehrere Konten überschaubar ist, bietet sich mehrgleisiger CFD Handel an. Dies gilt für alle Trader, die einen größeren Anteil ihrer gesamten Trades in einem bestimmten Markt handeln. Dies ist häufig bei Daytradern und Kurzfristtradern der Fall, die festgelegte Handelsstrategien umsetzen und diese Strategien auf bestimmte Märkte begrenzen.

Ein Beispiel: Ein Trader handelt zu jeweils einem Drittel EUR/USD, DAX und Dow Jones Einzelaktien. Hier bietet es sich an, den jeweils besten Broker für EUR/USD, DAX und Dow Jones Einzelaktien zu wählen. Es kann erforderlich sein, drei verschiedene CFD Konten zu führen – in der Praxis dürften häufig allerdings bereits zwei Konten ausreichen.

Finanzierungskosten im CFD Trading: Gründe für mehr als einen Broker

Neben Spreads und Kommissionen spielen auch Finanzierungskosten im Handel mit CFD eine Rolle. Wer Positionen über Nacht hält, muss den Fremdkapitalanteil verzinsen. Auch hier gibt es beträchtliche Unterschiede zwischen verschiedenen Brokern.

CFD Broker sehen sich einem recht harten Wettbewerb ausgesetzt. Die Finanzierungskosten gehören zu einer aus Sicht der Unternehmen wirkungsvollen, aber weniger stark beachteten Stellschraube. Broker neigen eher dazu, Spreads und Kommissionen etwas enger anzusetzen und dafür bei den Finanzierungskosten einen höheren Aufschlag zu verlangen. Dies ist den vergangenen Jahren möglicherweise nicht immer sofort bemerkt worden, weil das allgemeine Zinsniveau in vielen Währungsräumen rückläufig war.

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Quelle: eToro.com/de

Tatsächlich lässt sich feststellen, dass ein Positionswert von zum Beispiel 1000 EUR bei manchen Brokern etwa 0,40 EUR an täglichen Finanzierungskosten verursacht, während andere Broker lediglich ca. 0,15 EUR verlangen.

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Auf den ersten Blick erscheint dieser Unterschied in Höhe von 0,25 EUR marginal. Dieser Betrag bezieht sich jedoch auf jeden einzelnen Tag und auf jeweils 1000 EUR Finanzierungsvolumen. 0,40 EUR tägliche Finanzierungskosten entsprechen bei einem durchschnittlichen Finanzierungsvolumen von 10.000 EUR nach 365 Tagen 1460 EUR Gesamtkosten. Bei 0,15 EUR an täglichen Finanzierungskosten pro 1000 EUR summieren sich die Gesamtkosten bei 10.000 EUR Durchschnittssaldo nach einem Jahr auf 547,50 EUR. Die Kostenersparnis beim günstigeren CFD Broker: 912,50 EUR.

Vor allem für Trader, die eher längerfristig CFD handeln sind die Finanzierungskosten bei der Bewertung von Brokern besonders wichtig. Zum einen sind diese Trader besonders stark von Finanzierungskosten betroffen. Zum anderen eröffnen diese Trader typischerweise auch seltener Positionen, wodurch Spreads und Kommissionen ein Stück weit in den Hintergrund geraten.

Daytrading und Positionstrading bei unterschiedlichen Brokern

Ein Teil der CFD Trader setzt parallel unterschiedliche Strategien um. Häufig sind dabei Daytrading Strategien in Kombination mit Positionstrading anzutreffen. Es spricht nichts dagegen, bei Broker A Daytrading und bei Broker B Positionstrading zu betreiben.

Dies ist sinnvoll, wenn Broker A für die intrayday gehandelten Märkte enge Spreads und Kommissionen bietet. Von Broker B sollten Trader günstige Finanzierungskosten erwarten.

Warum dies so wichtig ist, zeigt ein Blick auf die Abbildung unten. Zu sehen ist der DAX über einen Zeitraum von einem Jahr. Auf diesen DAX wurde für die Abbildung ein trendfolgendes System eingesetzt, das auf der Überkreuzungen exponentiell gewichteter gleitender durchschnitte basiert. Im Beobachtungszeitraum von zwölf Monaten produzierte dieses System lediglich fünf Handelssignale.

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Das letzte Handelssignal erfolgte im November 2020. Noch rund sechs Monate später war das Signal aktiv. Das Beispiel zeigt, dass Strategien im Positionstrading eine sehr lange Haltedauer nach sich ziehen können. Dann sind die Finanzierungskosten entsprechend wichtig. 0,5 Punkte Ersparnis beim Spread fallen dagegen nur gering ins  Gewicht.

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Quelle: Tradesignalonline.com 

Liquiditätsvorteile bei ausländischen CFD Brokern

CFD Trader aus Deutschland haben in der Regel die Wahl zwischen inländischen Brokern und solchen mit Sitz im Ausland. Wer CFD Trading bei einem Auslandsbroker betreibt, kann von einem Liquiditätsvorteil profitieren. Der Grund: Ausländische Broker sind keine Zahlstellen der deutschen Finanzämter und führen deshalb keine Abgeltungsteuer ab.

Natürlich werden Gewinne auch bei ausländischen Brokern vollumfänglich in Deutschland versteuert. Die Gewinne sind jedoch in der Steuererklärung anzugeben und selbstständig abzuführen. Die automatische Abführung im Rahmen der Abgeltungsteuer unterbleibt im Ausland.

Da die Abgeltungsteuer zeitnah nach einem realisierten Gewinn abgeführt, die Einkommensteuererklärung jedoch erst mit erheblicher Verzögerung eingereicht wird,  entsteht  ein Liquiditätsvorteil. Trader können realisierte Gewinne wieder einsetzen und dadurch einen günstigen Effekt auf die Rendite erzielen.

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Wer mehrere CFD Konten unterhält und dabei auch ausländische Broker einbezieht, kann somit im Vorteil sein.

CFD Handel bei mehreren Brokern: Nachteile bei Kommissionen möglich

Es spricht wenig dagegen, CFD Konten bei mehreren Brokern zu führen. Ein Gegenargument gibt es allerdings: Wer sein monatliches Handelsvolumen auf verschiedene Anbieter verteilt, muss bei manchen Anbietern mit höheren Gebühren rechnen.

Grund dafür sind nach Volumen gestaffelten Kommissionen. Je mehr ein Kunde pro Monat handelt, desto niedriger die Gebühr pro Trade. Wer sehr viel handelt und in eine günstige Gebührenstaffel eingruppiert ist, kann durch die teilweise Verlagerung zu einem anderen Broker Nachteile erleiden. Diese neutralisieren die durch den teilweisen Wechsel möglicherweise angestrebten Kostenvorteile ganz oder teilweise.

Die Abbildung unten zeigt eine nach Volumen gestaffelte Ordergebühr bei einem Broker. Diese bezieht sich auf US Aktien CFDs.

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Quelle: Interactive Brokers