Trading Psychologie: Mentale Fallstricke meisten

Tradingspsychologie ist ein von vielen Privatanleger unterschätztes Feld. Wer mentale Fallstricke nicht frühzeitig erkennt und umgeht, wird früher oder später unnötige Verluste erleiden.

Kognitive Schieflagen erkennen

Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen: Die Weisheit des Altmeisters Kostolany ist hinlänglich bekannt. Sie basiert auch auf der Erkenntnis, dass viele Trader sich genau gegenteilig verhalten. Existenzielle Verluste werden aus Angst vor deren Realisierung nicht begrenzt. Profitable Positionen werden dagegen zu früh geschlossen, um Ängsten vor dem Verlust der liebgewonnenen Gewinne zu entgegnen.

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Tradingpsychologie ist jedoch mehr als auf den Punkt gebrachte Empfehlungen von Koryphäen wie Kostolany. Es geht darum, kognitive Schieflagen zu erkennen. In der angelsächsischen Literatur ist immer wieder von Bias die Rede. Dabei geht es um Verzerrungen in der Wahrnehmung. Sehr bekannt ist  der Home Bias: Anleger neigen dazu, ausschließlich Aktien aus dem eigenen Land zu kaufen – und verzichten dabei auf wesentliche Ertragsperspektiven der restlichen Kapitalmarktwelt bei gleichzeitig deutlich größeren Risiken.

Es gibt jedoch noch sehr viel mehr kognitive Verzerrungen. Manche Trader etwa suchen geradezu fieberhaft nach einer Bestätigung für ihre eigene Interpretation der Sachlage. Diese Trader suchen gezielt nach Nachrichten und Analysen, die ihre eigene Wahrnehmung bestätigen. Anderslautende Nachrichten und Analysen werden dagegen geradezu ausgeblendet. Dies trifft besonders häufig auf, wenn Privatanleger antizyklische Positionen eröffnen und diese nicht laufen wie erhofft.

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Doch auch bei prozyklischen Investments – die grundsätzlich im Hinblick auf die Tradingpsychologie einfacher zu handhaben sind – gibt es immer wieder kognitive Schieflagen. Richtig ist: The Trend is your friend. Es kann sich lohnen, an bestehenden Trends festzuhalten. Falsch jedoch ist die Annahme, dass ein Aufwärtstrend stets steigende Kurse garantiert. Diese Fehlannahme wird auch als Fehlschluss des Spielers bezeichnet.

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Quelle: Boerse-Frankfurt.de

Der schlimmste Fehler: Verluste aus Angst nicht begrenzen

Egal ob eine antizyklische oder eine prozyklische Investition: Der größte Fehler entsteht, wenn Verluste nicht begrenzt werden. Läuft die Position ins Minus und weitet sich dieses Minus aus, sollte die Position geschlossen werden.

Viele Privatanleger glauben, dass sie Verluste einfach aussitzen sollten. Doch Verluste können sich nahezu unbegrenzt ausweiten. Aus einem Verlust von 20-30 % kann ein Verlust von 99 % oder 100 % werden, wenn der Markt entsprechend schlecht läuft.

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Die Abbildung unten zeigt den Chart einer New Economy Aktie um die Jahrtausendwende herum. Wer zu einem hohen Kurs im Bereich von 80 EUR eingestiegen war, dachte vielleicht bei einem Verlust von 25 %, dass nun wieder ein Aufwärtstrend folgen müsste. Dieselbe Hoffnung durften Anleger auch bei 50 % und  75 % Verlust haben. Es blieb jedoch bei der Hoffnung. Schlussendlich landete die einstmals bei 85 USD gehandelt Aktie bei 0,21 USD.

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Quelle: famous-trials.com

Deshalb gilt für jeden Trade: Der maximale Verlust sollte vor der Eröffnung einer Position bereits feststehen. Dies lässt sich durch die Wahl von Stop Loss Leveln realisieren. Mehr als diesen festgelegten Verlust darf eine Position nicht erleiden.

Tipps zur Vermeidung mentaler Fallstricke

Wie können Anleger ihre Tradingpsychologie im Griff behalten? Die wichtigste Grundregel lautet: Die Positionsgrößen unter der individuellen Schmerzgrenze halten! Wer Verluste erleidet, die über die individuelle Schmerzgrenze hinausgehen, wird automatisch nervös und neigt zu irrationalen Handlungen. Deshalb sollte die Positionsgröße so gewählt werden, dass bei Erreichen des maximal zugelassenen Verlustes die Schmerzgrenze noch weit entfernt ist.

Eine weitere Grundregel lautet: Niemals Informationen aus einseitigen Quellen beziehen! Viele Trader – nicht nur, aber auch solche der jüngeren Jahrgänge – lesen bevorzugt einzelne Blogs und Streams von Experten und folgen den dort veröffentlichten Tipps nahezu blind. Doch auch diese Experten können mit ihrer Einschätzung grundlegend daneben liegen. Deshalb ist es wichtig, Meinungen und Analysen aus verschiedenen Quellen zurate zu ziehen und ein möglichst ganzheitliches Bild zu erhalten.

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Übrigens sind nicht nur Verluste, sondern auch nicht erzielte Gewinne ein interessanter Aspekt der Tradingpsychologie. Nicht erzielte Gewinne (die in der Wahrnehmung eines Traders aber durch „alle anderen“ erzielt wurden) gelten als fast noch schmerzhafter. Wer den Einstieg in eine stark laufende Aktie verpasst hat, scheut den Kauf häufig wegen zu hoher Kurse. Doch auch für Aktienbewegungen nach oben gilt, dass diese sich so lange fortsetzen, wie es der Markt erlaubt. Die Abbildung unten zeigt die Tesla Aktie, die auch nach einem fulminanten Aufwärtstrend neue Höhen erklimmen konnte.

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Quelle: Tradesignalonline.com