Die Top-10 Tipps für Trading Einsteiger

Wer mit dem Trading beginnt, findet in unzähligen Ratgebern Tipps für den Einstieg. Allzu oft sind diese Tipps jedoch praxisfern oder trivial. Wir haben eine praxisorientierte Liste mit den Top-10 Trading Tipps für Einsteiger entwickelt.

1. Vom ersten Trade an mit Strategie handeln

Wer langfristig am Aktienmarkt investieren möchte, kann eine Buy & Hold Strategie fahren. Das bedeutet, dass einmal in Aktien investiert wird – und der Bestand dann Jahre oder Jahrzehnte im Depot verbleibt. Dieser Ansatz ist für langfristig orientierte Anleger gut, für Trader jedoch gänzlich ungeeignet.

Wie funktioniert Trading? Trading im engeren Sinne bedeutet die aktive Teilnahme am Marktgeschehen. Dies ist mit Erfolg nur auf Basis einer ausgereiften Strategie möglich. Die Strategie muss insbesondere konkrete Ein- und Ausstiegssignale definieren. Wer ohne Strategie aktiv handelt, verliert fast immer. Ohne Regelwerk situativ bzw. intuitiv richtig zu entscheiden, gelingt vielleicht eine Zeit lang. Spätestens, wenn die auf dem Spiel stehenden Summen die eigene Komfortzone verlassen, bricht der Erfolg jedoch ab.

Komplizierte Strategien sind nicht besser

Dies ist sehr wichtig: Komplexe Strategien sind nicht besser als einfache Ansätze. Die Erfahrung lehrt eher das Gegenteil. Wer Trading lernen möchte, sollte auf einen verständlichen Ansatz achten. Es geht nicht darum, besondere Fähigkeiten in Mathematik oder Statistik unter Beweis zu stellen. Ziel ist einzig und allein ein gut anwendbarer und langfristig erfolgreicher Katalog mit Regeln für den Ein- und Ausstieg.

Was ist Trading? Trading ist nicht mehr als die konsequente Anwendung von Regeln. Der Trader entscheidet nicht mit der Auswahl seiner Positionen über den Erfolg. Über den Erfolg entscheidet der Trader mit der Auswahl seiner Regeln. Trading für Anfänger unterscheidet sich hier nicht von Trading für Profis. Wer erfolgreich traden lernen möchte, benötigt eine Strategie.

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Die Abbildung unten zeigt den Verlauf eines Marktes. Anhand der beiden skizzierten Trendlinien ist zu erkennen, dass sich der Markt mehrfach über lange Zeiträume in einem Aufwärtstrend bewegt hat. Es ist relativ leicht, solche intakten Aufwärtstrends zu identifizieren und zu handeln. Solche trendfolgenden Ansätze sind für Einsteiger, die den Aktienhandel lernen möchten, gut geeignet.

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Quelle: Tradesignalonline.com

2. Vom ersten Trade an Verluste konsequent begrenzen

Trading lernen hat manches mit dem Pokerspiel gemein. Frei nach Kostolany gilt: Erfolgreiche Trader gewinnen mit guten Karten viel und verlieren mit schlechten Karten wenig.

Diese Aussage spielt u.a. auf die Verlustbegrenzung an. Es kann nicht klar genug gesagt werden: Trader sollten von ihrem ersten Trade an ihre Verluste konsequent begrenzen. Wer auf Verlustbegrenzung verzichtet, wird insbesondere im Handel mit Hebelwirkung früher oder später Schiffbruch erleiden.

Für jede einzelne Position sollte das maximale Risiko bzw. der maximale Verlust dieser Position vorab bestimmt werden. Gesteuert wird dieser Maximalverlust durch Stop Loss Orders.

Die Abbildung unten zeigt, wie wichtig Verlustbegrenzung im aktiven Trading sein kann. In der linken blauen Markierung ergibt sich ein Einstiegssignal, weil der Markt auf seine intakte Aufwärtstrendlinie zurückkehrt. Viele Trendfolgestrategien sehen hier einen Einstieg vor. Dieser erweist sich im weiteren Verlauf auch zunächst als richtig: Der Markt steigt deutlich an (die Trendlinie wird nicht nachhaltig, sondern nur kurzzeitig  verletzt). Nach einem neuen Hoch kommt es jedoch zu einer deutlichen Korrektur, die auch den Bruch der Trendlinie mit einschließt. Zu diesem Zeitpunkt ist der Trader noch im Gewinn. Die zweite blaue Markierung auf der horizontalen roten Linie zeigt, wo das Stop Loss gesetzt werden sollte: In etwa auf dem Niveau des Einstiegs oder kurz darunter. Wer die Position ohne Stop Loss hält, erleidet nun infolge des weiteren Rückgangs drastische Verluste. Diese hätten sich durch eine Stop Loss Order nahezu komplett vermeiden lassen.

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Quelle: Tradesignalonline.com

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3. Der Markt hat immer Recht

Die wahrscheinlich sinnloseste Energieverschwendung eines Traders besteht darin, die Marktergebnisse infrage zu stellen. Beispiele für riskante Gedankengänge:

  • „Autobauer X baut doch viel bessere Elektroautos als Autobauer Y! Warum läuft die Aktie von X so schlecht und die von Y so gut?“
  • „Es macht überhaupt keinen Sinn, dass die Trendlinie jetzt gebrochen wird. Der Markt wird weiter steigen!“

Wer Trading lernen möchte, muss einen Grundsatz respektieren: Der Markt hat immer Recht. Es bringt nichts, langfristig auf der richtigen Seite zu sein, wenn kurzfristig bereits das gesamte Kapital verloren wird.

4. Sicher auf dem Parket bewegen durch Basiswissen

Manche Einstiegsliteratur im Stile von „Trading für Dummies“ etc. könnte angehende Trader auf den Gedanken kommen lassen, dass sich das „Traderhandwerk“ innerhalb weniger Tage erlernen ließe. Dies ist ein Trugschluss. Einsteiger sollten so rasch wie möglich ein solides Basiswissen erwerben. Ohne dieses werden wertvolle Potenziale verschwendet.

So gilt es etwa, sämtliche Ordertypen der Handelsplattform zu verstehen. Auch das Geschäftsmodell des Brokers sollten Trader durchschauen. Nicht zuletzt sollte jedes einzelne Wertpapier und jeder einzelne Kontrakt auch technisch verstanden werden. Was ist der Unterschied zwischen Physical Delivery und Cash Settlement? Wann kommt es bei CFD Positionen zu Rollvorgängen? Wann wird eine Force Open Order benötigt? Wer sich solche Fragen nicht aus dem FF beantworten kann, verfügt noch nicht über genügend Basiswissen.

Know-how muss nicht teuer sein

Die gute Nachricht: Der Zugang zu wertvollem Trading Know-how muss nicht teuer sein. Wer traden lernen möchte, muss nicht tausende Euro für Wochenendlehrgänge investieren, auf denen angeblich Trading Geheimnisse für Einsteiger offenbart werden. Diese Investition lohnt sich in der Regel nicht.

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Bücher bzw. eBooks können für eine solide theoretische Grundlage herangezogen werden. Verwiesen sei auf Klassiker wie John J. Murphys Technische Analyse der Finanzmärkte und natürlich viele andere Titel.

Auch viele Broker – insbesondere CFD Broker – bieten Trading Kurse für Anfänger an. Dort wird häufig notwendiges Basiswissen vermittelt. Besonders wertvoll sind Live Trading Webinare. Hier wird nicht nur die aktuelle Marktsituation analysiert. Die Referenten vermitteln zusätzlich praxisnahes Wissen etwa zu Handelsplattformen, zum Risikomanagement etc.

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Quelle: admiralmarkets.com

5. Günstigen Broker wählen

Ein günstiger Broker ist für Aktien Trading ebenso unerlässlich wie für den CFD Handel. Im Aktienhandel kann die Gebühr für einen einzelnen Trade auch bei Brokern aus dem oberen Drittel des Marktes zwischen  5 EUR und 15 EUR variieren. Jeweils zwei Käufe und Verkäufe pro Woche ergeben rund 200 Transaktionen pro Jahr. Bei 10 EUR Preisdifferenz summiert sich dieser Unterschied auf 2000 EUR.

6. Vorsicht vor engen und volatilen Märkten

Eine extrem hohe Volatilität macht das Traden für Anfänger schwieriger. Die besonders „aufgeheizten“ Märkte, die auf den Hotlisten von Plattformen wie Robin Hood etc. weit oben gelistet sind, beeindrucken in der Tat durch enorme Dynamik. Nicht nur Einsteiger können sich jedoch auch gehörig die Finger verbrennen. In heißgelaufenen Aktien mit enormer Öffentlichkeit ist das Handeln schwieriger als in normalen Märkten.

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Die Abbildung unten zeigt einen Chart der NVIDIA Aktie. Das Papier des Grafikkartenherstellers gewann durch gute Zahlen, ein „greifbares“ Produkt und andere Umstände unter Tradern  enorm an Popularität. Dies ging nach einem längeren und gleichsam stabilen wie dynamischen Aufwärtstrend mit einer extrem volatilen Seitwärtsphase einher. Solche Seitwärtphasen mögen Daytradern gewisse Potenziale bieten, sind für Einsteiger jedoch ein eher ungeeignetes, da in der Regel frustrierendes Terrain.

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Quelle: Tradesignalonline.com

7. Verluste nicht persönlich nehmen

Wer traden lernen möchte, muss den Umgang mit Verlusten erlernen. Verluste gehören zum Tradinggeschäft. Sie sind gewissermaßen die Betriebskosten. Kein Unternehmer kann ohne Kosten existieren, da das dann kein Unternehmen gäbe. Dies gilt auch für Trader: Früher oder später kommt es zu Verlusten. Entscheidend ist, dass diese von Anfang an begrenzt werden. Trotz enger Verlustbegrenzung bei jedem einzelnen Trade kann eine längere Verlustserien das Konto ein Stück weit reduzieren. Auch dann gilt es jedoch, gelassen zu bleiben, die Verluste nicht persönlich zu nehmen und an einer ansonsten tragfähigen Strategie festzuhalten.

8. Die eigenen Trades analysieren

Trader sollten regelmäßig – etwa einmal pro Quartal – ihre eigenen Trades analysieren. Was ist gut, was es schlecht gelaufen? Wo ergibt sich Potenzial für eine Verbesserung? Eine Auswertung der Tradehistorie legt häufig offen, dass eine Strategie in bestimmten Märkten deutlich besser funktioniert als anderswo. Dann kann es sich lohnen, die Auswahl der Märkte entsprechend anzupassen. Mitunter lässt sich ex post auch ermitteln, dass zum Beispiel  Stop Los Orders sehr viel näher am Einstiegskurs platziert werden können, ohne häufiger ausgestoppt zu werden. Auch dies verbessert die Ergebnisse.

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Bei der Analyse von Trades sind zwei Kennzahlen besonders wichtig: Die Trade Ratio und die Payoff Ratio. Die Trade Ratio ist gewissermaßen die Trefferquote. Die Payoff Ratio gibt das Verhältnis von Profiten in Gewinntrades zu Verlusten in Verlusttrades an. Die Payoff Ratio lässt sich häufig durch Maßnahmen bei Risiko- und Money Management (zum Beispiel Anpassung von Stop Loss Leveln, Trailing Stopps etc.) verbessern. Für die Verbesserung der Trade Ratio ist die Entry Strategie entscheidend. Möglicherweise lassen sich zusätzliche Filter finden, die die Trefferquote verbessern.

Viele Handelsplattformen stellen Auswertungstools zur Verfügung. Diese dienen nicht nur zur Dokumentation, sondern auch als Realitätscheck. Die Abbildung unten zeigt einen Teil der Auswertungen, die auf der Plattform cTrader möglich sind.

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Quelle: cTrader.com

9. Mit neuen Strategien experimentieren

Es kann nicht schaden, mit neuen Handelsstrategien zu experimentieren – solange die Experimente auf einem Demokonto ohne Risiko stattfinden. Trader sollten stets neugierig sein und immer wieder neue Ansätze ausprobieren.

Der Anfang ist leicht gemacht: Ein kostenloser Marktscanner und ein Gratis Demokonto ohne Laufzeitbegrenzung reichen aus. Dann werten Trader Handelssignale aus, die der Marktscanner regelmäßig generiert und setzen diese auf dem Demokonto um. Nach einiger Zeit sollte sich dann zeigen, ob die Handelssignale einen Mehrwert bieten oder nicht. Ist dies der Fall, wird die Strategie weiterverfolgt. Liefern Handelssignale kein Mehrwert, werden sie gegen andere Experimente ausgetauscht.

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10. Nach Gewinnen nicht die Bodenhaftung verlieren

Die größte langfristige Gefahr für Trader sind nicht (eng begrenzte) Verluste, sondern die ersten größeren Gewinnserien. Diese erklären, warum nur relativ wenige Trader langfristig erfolgreich sind: Nach den ersten Erfolgen verlieren zu viele Ex-Einsteiger die Bodenhaftung. Häufig zu beobachten sind dann in Selbstüberschätzung vorgenommene Abweichungen von der Strategie, zu große Positionen und zu große Hebel. Die anfänglich mit großer Disziplin erzielten Gewinne schmelzen dann oft genug wie Schnee in der Sonne. Deshalb gilt: Erfolge rechtfertigen keine Abkehr von der zwingend notwendigen Disziplin!